Lose, Klassen und Ziehungen einfach erklärt
Bei klassischen Zahlenlotterien geben Spieler einen Tipp ab und warten auf die nächste Ziehung. Die Österreichische Klassenlotterie funktioniert anders: Gespielt wird mit einer festen Losnummer über mehrere aufeinanderfolgende Spielabschnitte. Diese sogenannten Klassen bilden zusammen eine rund sechs Monate dauernde Lotterie.
Doch wie funktionieren die sechs Klassen genau? Was unterscheidet ein ganzes Los von einem Zehntellos? Und wie lässt sich die angegebene Trefferchance richtig einordnen? Wir erklären das Spielprinzip der traditionsreichen österreichischen Lotterie.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Österreichische Klassenlotterie besteht aus sechs aufeinanderfolgenden Klassen.
- Jede Klasse dauert vier Wochen und umfasst vier Ziehungen.
- Über die gesamte Lotterie finden damit 24 reguläre Ziehungen statt.
- Gespielt wird mit einer festen Losnummer statt mit selbst gewählten Zahlen.
- Ein Los kann vollständig oder anteilig erworben werden.
- Gewinne werden entsprechend dem gehaltenen Losanteil ausgezahlt.
- Eine hohe Trefferchance bedeutet nicht automatisch, dass der Gewinn über dem gesamten Spieleinsatz liegt.
Was ist eine Klassenlotterie
Eine Klassenlotterie ist eine Lotterie, deren Spielzeit in mehrere aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt ist. Diese Abschnitte werden als Klassen bezeichnet. Anstelle eines Tippscheins mit selbst gewählten Zahlen erhalten die Teilnehmer eine Losnummer.
Diese Losnummer nimmt innerhalb der bezahlten Klasse an den vorgesehenen Ziehungen teil. Wird die Teilnahme anschließend fortgesetzt, bleibt die Nummer grundsätzlich auch in der nächsten Klasse bestehen. Auf diese Weise begleitet eine Losnummer ihren Besitzer im Idealfall durch den gesamten Lotteriezyklus.
Die Österreichische Klassenlotterie startet üblicherweise zweimal pro Jahr und dauert jeweils ungefähr sechs Monate. Sie besteht aus sechs Klassen mit jeweils vier Ziehungen. Insgesamt kann ein durchgehend gespieltes Los somit an 24 regulären Ziehungen teilnehmen.
Eine ausführliche Spielerklärung zur Österreichischen Klassenlotterie stellt die Geschäftsstelle Prokopp zur Verfügung. Dort werden der Ablauf, die Losanteile und die einzelnen Klassen genauer erläutert.
Wie funktionieren die sechs Klassen
Die sechs Klassen werden nacheinander gespielt. Eine Klasse dauert vier Wochen, wobei üblicherweise an jedem Montag eine Ziehung stattfindet. Nach Abschluss einer Klasse beginnt der nächste Spielabschnitt.
| Merkmal | Österreichische Klassenlotterie |
|---|---|
| Anzahl der Klassen | 6 |
| Dauer einer Klasse | 4 Wochen |
| Ziehungen pro Klasse | 4 |
| Ziehungen insgesamt | 24 |
| Gesamtdauer | rund 6 Monate |
| Anzahl der Losnummern | 250.000 |
| Spielprinzip | Ziehung fester Losnummern |
Die Gewinnsummen und die Zahl der ausgespielten Gewinne sind nicht in jeder Klasse gleich. Ein besonders großer Teil des Gewinnvolumens entfällt auf die sechste Klasse und die abschließenden Ziehungen. Maßgeblich ist jeweils der Gewinnplan der laufenden Lotterie.
Wer seine Losnummer auch in der nächsten Klasse weiterspielen möchte, muss den Einsatz fristgerecht bezahlen. Ein späterer Einstieg ist unter bestimmten Bedingungen möglich, kann aber eine Nachzahlung für bereits absolvierte Klassen erforderlich machen. Deshalb sollten vor der Teilnahme immer die aktuell geltenden Spielbedingungen geprüft werden.
Losnummer statt Tippfeld
Der auffälligste Unterschied zu Zahlenlotterien wie Lotto 6 aus 49 ist die Art der Teilnahme. Beim klassischen Lotto kreuzen Spieler Zahlen auf einem Tippschein an. Bei der Klassenlotterie wird dagegen eine bereits festgelegte Losnummer gespielt.
Die Ziehungen bestimmen, welche Losnummern beziehungsweise Endziffern einen Gewinn erzielen. Abhängig von der Gewinnkategorie kann daher entweder die vollständige Nummer oder nur eine bestimmte Anzahl ihrer Endziffern entscheidend sein.
Eine Losnummer kann während einer Lotterie außerdem mehrmals gewinnen. Ein früherer Treffer schließt weitere Gewinne in späteren Ziehungen oder Klassen somit nicht grundsätzlich aus.
Ganzes Los halbes Los oder Zehntellos
Ein Los muss nicht zwingend vollständig erworben werden. Die 250.000 Losnummern sind jeweils in zehn Anteile unterteilt. Dadurch können Spieler zwischen einem ganzen Los, einem halben Los und einzelnen Zehntelanteilen wählen.
| Losart | Gehaltener Anteil | Anteil am Gewinn |
|---|---|---|
| Zehntellos | 1/10 | 10 Prozent |
| Halbes Los | 5/10 | 50 Prozent |
| Ganzes Los | 10/10 | 100 Prozent |
Wer etwa ein Zehntellos besitzt, bezahlt ein Zehntel des Einsatzes für ein ganzes Los. Im Gewinnfall werden entsprechend zehn Prozent des auf die Losnummer entfallenden Gewinns ausgezahlt. Bei einem halben Los beträgt der Anteil am Einsatz und am Gewinn jeweils 50 Prozent.
Nach den Spielbedingungen der 203. Österreichischen Klassenlotterie beträgt die Klasseneinlage 15 Euro für ein Zehntellos, 75 Euro für ein halbes Los und 150 Euro für ein ganzes Los. Die Beträge gelten jeweils pro Klasse. Zusätzlich können Kosten für Versand und Bearbeitung anfallen. Da Preise und Bedingungen geändert werden können, sollte vor dem Kauf der aktuelle Spielplan geprüft werden.
Neben Anteilen einer einzelnen Losnummer bieten manche Geschäftsstellen Kombinationen aus mehreren Losnummern an. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, mit mindestens einer Nummer einen Treffer zu erzielen. Gleichzeitig erhöht sich jedoch der gesamte Spieleinsatz. Ähnlich wie bei anderen Lottosystemen sollte deshalb nicht nur die Trefferwahrscheinlichkeit, sondern immer auch der dafür notwendige Einsatz betrachtet werden.
Welche Gewinne sind möglich
Der Gewinnplan sieht unterschiedliche Gewinnstufen vor. Neben kleineren Beträgen werden auch hohe Einzelgewinne ausgespielt. Nach dem derzeitigen Spielmodell findet wöchentlich eine Ziehung um eine Million Euro statt. In der Schlussziehung der sechsten Klasse werden mehrere Millionengewinne ausgespielt.
Die konkrete Gewinnhöhe hängt von drei Faktoren ab:
- der gezogenen Losnummer oder Endziffer,
- der jeweiligen Gewinnkategorie,
- dem gehaltenen Anteil an der Losnummer.
Entfallen beispielsweise 100.000 Euro auf eine Losnummer, erhält der Besitzer eines ganzen Loses den vollen Betrag. Bei einem halben Los werden 50.000 Euro ausgezahlt, bei einem Zehntellos 10.000 Euro.
Die Bezeichnung „Gewinnklasse“ wird bei Lotterien unterschiedlich verwendet. Beim klassischen Lotto beschreibt sie meist die Zahl der richtigen Gewinnzahlen. Bei einer Klassenlotterie bezeichnet „Klasse“ dagegen in erster Linie einen zeitlichen Spielabschnitt. Mehr zu den klassischen Kategorien gibt es in unserem Ratgeber über Gewinnklassen beim Lotto.
Trefferchance ist nicht gleich Gewinnchance
Bei der Beurteilung von Lotterien sollten verschiedene Wahrscheinlichkeiten nicht miteinander verwechselt werden. Die Trefferchance gibt an, wie wahrscheinlich mindestens ein Treffer ist. Sie sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie hoch dieser Treffer ausfällt oder ob er den gesamten Spieleinsatz übersteigt.
Für eine Losnummer wird bei einer Teilnahme an allen sechs Klassen eine Trefferchance von rund 76 Prozent angegeben. Das bedeutet, dass die Losnummer im Verlauf der gesamten Lotterie mit dieser Wahrscheinlichkeit mindestens einmal einen Gewinn erzielt. Es bedeutet nicht, dass 76 Prozent der Teilnehmer einen Millionengewinn erzielen oder am Ende einen finanziellen Überschuss erreichen.
Zudem sind in der Gesamtzahl der Gewinne auch kleinere Beträge enthalten. Da eine Losnummer mehrfach gewinnen kann, lässt sich die Anzahl der ausgeschütteten Gewinne nicht einfach durch die Anzahl der verfügbaren Lose teilen, um den Anteil erfolgreicher Spieler zu bestimmen.
Wer verschiedene Lotterien vergleicht, sollte daher mindestens drei Kennzahlen auseinanderhalten:
- die Chance auf irgendeinen Treffer,
- die Chance auf einen Gewinn oberhalb des Einsatzes,
- die Chance auf den Höchstgewinn.
Mehrere Losnummern erhöhen zwar die Wahrscheinlichkeit auf mindestens einen Treffer, verursachen aber zugleich einen entsprechend höheren Einsatz.
Österreichische Klassenlotterie und Lotto 6 aus 49 im Vergleich
Obwohl beide Angebote zu den Lotterien gehören, unterscheiden sich ihre Spielprinzipien deutlich.
| Merkmal | Österreichische Klassenlotterie | Lotto 6 aus 49 |
|---|---|---|
| Auswahl | feste Losnummer | sechs selbst gewählte Zahlen |
| Spielverlauf | sechs aufeinanderfolgende Klassen | einzelne Ziehungen oder Dauerspiel |
| Anzahl der Ziehungen | bis zu 24 pro Lotterie | abhängig von der Zahl der gespielten Ziehungen |
| Einsatz | abhängig vom Losanteil und der Klasse | abhängig von Tippfeldern und Zusatzlotterien |
| Gewinnermittlung | gezogene Losnummern oder Endziffern | richtige Zahlen und Superzahl |
| Teilnahmemöglichkeiten | ganzes Los oder Losanteile | Einzel- oder Systemtipps |
| Gewinnhöhe | anteilig entsprechend dem Losbesitz | vollständig pro erfolgreichem Tipp |
Die Klassenlotterie ist damit auf einen längeren Zeitraum angelegt. Lotto 6 aus 49 kann dagegen von Ziehung zu Ziehung gespielt werden. Welches Prinzip interessanter erscheint, hängt von persönlichen Vorlieben ab. Einen mathematischen Weg zu sicheren Gewinnen bietet keines der beiden Modelle.
Ist die österreichische Lotterie mit SKL und NKL vergleichbar
Auch in Deutschland gibt es staatliche Klassenlotterien. Die bekanntesten Angebote sind die SKL und die NKL, die unter dem Dach der Gemeinsamen Klassenlotterie der Länder geführt werden.
Das Grundprinzip ist ähnlich: Eine Lotterie besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Abschnitten, und die Teilnahme erfolgt über eine Losnummer. Die Österreichische Klassenlotterie ist jedoch ein eigenständiges Angebot mit einem eigenen Gewinnplan, eigenen Lospreisen und eigenen Spielbedingungen. Sie sollte daher nicht mit den deutschen Klassenlotterien gleichgesetzt werden.
Für Leser aus Deutschland ist außerdem wichtig: Ob und unter welchen Voraussetzungen ein österreichisches Klassenlos vom jeweiligen Wohnsitz aus erworben werden kann, sollte direkt mit einer autorisierten Geschäftsstelle geklärt werden. Maßgeblich sind die aktuellen Teilnahmebedingungen und die jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.
Häufige Fragen zur Österreichischen Klassenlotterie
Eine vollständige Lotterie dauert ungefähr sechs Monate. Sie setzt sich aus sechs Klassen mit jeweils vier Wochen zusammen.
Pro Klasse finden vier reguläre Ziehungen statt. Bei einer Teilnahme an allen sechs Klassen sind es insgesamt 24 Ziehungen.
Nein. Neben einem ganzen Los können auch ein halbes Los oder einzelne Zehntelanteile erworben werden. Einsatz und Gewinnauszahlung reduzieren sich entsprechend dem gewählten Anteil.
Bei fristgerechter Fortsetzung der Teilnahme besteht grundsätzlich ein Anspruch auf dieselbe Losnummer in der nächsten Klasse. Die genauen Zahlungsfristen ergeben sich aus den geltenden Spielbedingungen.
Ja. Ein Los kann prinzipiell bei mehreren Ziehungen und in mehreren Gewinnkategorien erfolgreich sein. Die konkreten Regeln hängen vom jeweiligen Ziehungstag und Gewinnplan ab.
Ein Treffer führt zu einer Auszahlung, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Auszahlung höher als der gesamte Spieleinsatz ist. Trefferchance und Chance auf einen Nettogewinn sind daher nicht dasselbe.